Nov
29
Fr
Eure Helden
Nov 29 um 20:00 – 21:45

Plakat "Eure Helden"Eure Helden

Das Nibelungenlied. Legende, Heldenepos, Nationalstolz. Doch was, wenn man sie wegnimmt, die epischen Schlachten, die heroischen Kämpfe, die glänzenden Rüstungen?

Was bleibt, sind Menschen. Eifersucht. Verletzter Stolz. Neid. Trauer. Hass. Kurz: Menschliche Schwächen. Viel weniger episch und viel zu real. In einer Welt, in der die Ehre eines  Mannes mehr zählt, als sein Leben…

Wie jede*r von uns müssen auch die Schauspieler*innen in dieser Geschichte hin und wieder ihre Rollen ablegen, zurücktreten und sich fragen: Was machen wir hier eigentlich? In einer Zeit, in der sich viele verzweifelt und aus den falschen Gründen an einem flüchtigen Konstrukt von Leitkultur festklammern, wollen wir einen Bestandteil davon wieder zu dem machen, was er ist: Ein absurdes Märchen über außergewöhnliche Frauen und verletzliche Männer.

Basierend auf dem Nibelungenlied in der Übersetzung von Karl Simrock (Autor*in unbekannt).

TEXT + REGIE
Philine Köln

ES SPIELEN
Steffen Aicheler, Marlon Frank, Joana Lavie, Armin Moallem, Judith Shoemaker, Silviana Ursu, Maximilian Wenning

KÜNSTLERISCHE UNTERSTÜZUNG
Anita Brokmeier, Anna Clart, Christin Maaß, Lilly Schlagnitweit, Mandy Speda

MEHR INFOS: Theater Federspiel

Die Online-Registrierung zu dieser Veranstaltung ist geschlossen.

Nov
30
Sa
Eure Helden
Nov 30 um 20:00 – 21:45

Plakat "Eure Helden"Eure Helden

Das Nibelungenlied. Legende, Heldenepos, Nationalstolz. Doch was, wenn man sie wegnimmt, die epischen Schlachten, die heroischen Kämpfe, die glänzenden Rüstungen?

Was bleibt, sind Menschen. Eifersucht. Verletzter Stolz. Neid. Trauer. Hass. Kurz: Menschliche Schwächen. Viel weniger episch und viel zu real. In einer Welt, in der die Ehre eines  Mannes mehr zählt, als sein Leben…

Wie jede*r von uns müssen auch die Schauspieler*innen in dieser Geschichte hin und wieder ihre Rollen ablegen, zurücktreten und sich fragen: Was machen wir hier eigentlich? In einer Zeit, in der sich viele verzweifelt und aus den falschen Gründen an einem flüchtigen Konstrukt von Leitkultur festklammern, wollen wir einen Bestandteil davon wieder zu dem machen, was er ist: Ein absurdes Märchen über außergewöhnliche Frauen und verletzliche Männer.

Basierend auf dem Nibelungenlied in der Übersetzung von Karl Simrock (Autor*in unbekannt).

TEXT + REGIE
Philine Köln

ES SPIELEN
Steffen Aicheler, Marlon Frank, Joana Lavie, Armin Moallem, Judith Shoemaker, Silviana Ursu, Maximilian Wenning

KÜNSTLERISCHE UNTERSTÜZUNG
Anita Brokmeier, Anna Clart, Christin Maaß, Lilly Schlagnitweit, Mandy Speda

MEHR INFOS: Theater Federspiel

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Dez
6
Fr
Preparadise sorry now
Dez 6 um 20:00 – 21:30

Vorhölle? Als Ian Brady aus den Slums von Glasgow in die noch schlimmeren von Manchester zog, nahm er nichts mit als ein paar Zeitungsausschnitte über Hitler und eine zerlesene Paperback-Ausgabe von Der dritte Mann. Später lernt er Myra Hinley kennen, die er rasch zu seiner Hessie dressiert, treu nach des Führers Vize Rudolf Hess benannt. Zusammen begehen die sogenannten Moormörder grauenhafte Experimente.

Fassbinder war für sein Hinschauen bekannt. In einer Collage aus Erzählungen über das Mörderpaar Hinley und Brady, Alltagsfaschismus und kultischen Liturgien schuf er ein Stück, das auch nach Jahren des Erscheinens erschreckend in die Wirklichkeit einschlägt. Der Faschismus ist keine Vergangenheit. Er ist hier, im Jetzt, in Europa, in Deutschland, wo ein Regierungspräsident erschossen wurde, wo Parteien wie die AfD in die Parlamente einziehen, wo Hass und Ressentiments salonfähig werden und die Gewalt mehr wird.

Das Ensemble Shakespeare2go wurde im Dezember 2017 in Berlin gegründet und hat seitdem sieben Bühnenstücke („Mißtrauen ist die Intelligenz der Benachteiligten oder Liebe dein Symptom wie dich selbst“ „Insomnia“ , „Das Experiment“, „Wendezeit – Zeitenwende oder Demokratie“, „Macbeth“, „Miranda“, „PREPARADISE sorry now“) und fünf Kurzfilme erarbeitet sowie mehrere Schauspielgrundlagenkurse gegeben.

Es spielen: Das Ensemble von SH2GO
Dauer: ca. 80 min
Eintritt: Regulär 12.- Ermäßigt 9.-
Die Bezahlung der Karten erfolgt an der Abendkasse.
Einlass ab 19:30, Vorstellungsbeginn 20:00

Preparadise sorry now from Shakespeare2go on Vimeo.

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Dez
7
Sa
Preparadise sorry now
Dez 7 um 20:00 – 21:30

Vorhölle? Als Ian Brady aus den Slums von Glasgow in die noch schlimmeren von Manchester zog, nahm er nichts mit als ein paar Zeitungsausschnitte über Hitler und eine zerlesene Paperback-Ausgabe von Der dritte Mann. Später lernt er Myra Hinley kennen, die er rasch zu seiner Hessie dressiert, treu nach des Führers Vize Rudolf Hess benannt. Zusammen begehen die sogenannten Moormörder grauenhafte Experimente.

Fassbinder war für sein Hinschauen bekannt. In einer Collage aus Erzählungen über das Mörderpaar Hinley und Brady, Alltagsfaschismus und kultischen Liturgien schuf er ein Stück, das auch nach Jahren des Erscheinens erschreckend in die Wirklichkeit einschlägt. Der Faschismus ist keine Vergangenheit. Er ist hier, im Jetzt, in Europa, in Deutschland, wo ein Regierungspräsident erschossen wurde, wo Parteien wie die AfD in die Parlamente einziehen, wo Hass und Ressentiments salonfähig werden und die Gewalt mehr wird.

Das Ensemble Shakespeare2go wurde im Dezember 2017 in Berlin gegründet und hat seitdem sieben Bühnenstücke („Mißtrauen ist die Intelligenz der Benachteiligten oder Liebe dein Symptom wie dich selbst“ „Insomnia“ , „Das Experiment“, „Wendezeit – Zeitenwende oder Demokratie“, „Macbeth“, „Miranda“, „PREPARADISE sorry now“) und fünf Kurzfilme erarbeitet sowie mehrere Schauspielgrundlagenkurse gegeben.

Es spielen: Das Ensemble von SH2GO
Dauer: ca. 80 min
Eintritt: Regulär 12.- Ermäßigt 9.-
Die Bezahlung der Karten erfolgt an der Abendkasse.
Einlass ab 19:30, Vorstellungsbeginn 20:00

Website: https://www.shakespeare2go.de

Preparadise sorry now from Shakespeare2go on Vimeo.

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Jan
17
Fr
Schwestern
Jan 17 um 20:00 – 21:30

Schwestern

von Andreas Neu nach Anton Tschechow

 

Was ich habe, will ich nicht verlieren,

aber wo ich bin, will ich nicht bleiben,

aber die ich liebe, will ich nicht verlassen,

aber die ich kenne, will ich nicht mehr sehen,

aber wo ich lebe, will ich nicht sterben,

aber wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
aber bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.

(Thomas Brasch)

Überdruss angesichts der Gegenwart. Die chronische Unzufriedenheit des Menschen – sein Antrieb, aber auch seine Verdammnis.

Sehnsucht verklärt die Realität und Wissen verändert deine Träume. Meine Mutter sagt, dass sich ihr Jugendwunsch nach Lateinamerika zu gehen erst damit geändert hat, dass die Mauer fiel und sie es tatsächlich konnte. Vielleicht ist also auch die vermeintliche Unerreichbarkeit etwas, was Dinge attraktiv macht. Sehnsucht hat immer ein Ziel, man hat immer Sehnsucht nach etwas. Und sei es noch so vage. Die Sehnsucht sucht, was immer des Sehnens Sucht befriedigt. Doch da ist auch immer die Angst vor dem Unbekannten, die Angst, Risiken einzugehen. Was, wenn der Sehnsuchtsort doch nicht so ist, wie ich ihn mir vorstelle? Was, wenn ich scheitere?

Und überhaupt: Ich muss keinen äußerlich großen Wechsel schaffen, solange mir nicht klar ist, was ich innerlich verändern möchte. Und wenn ich innerlich klar bin, dann ist mir egal, an welchen Ort ich komme; ich werde ihn mir so zu eigen machen, dass ich mich zu Hause fühle. Oder?

Es spielen: das Ensemble von SH2GO

Dauer: circa 70 Minuten ohne Pause

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Jan
18
Sa
Schwestern
Jan 18 um 20:00 – 21:30

Schwestern

von Andreas Neu nach Anton Tschechow

 

Was ich habe, will ich nicht verlieren,

aber wo ich bin, will ich nicht bleiben,

aber die ich liebe, will ich nicht verlassen,

aber die ich kenne, will ich nicht mehr sehen,

aber wo ich lebe, will ich nicht sterben,

aber wo ich sterbe, da will ich nicht hin:
aber bleiben will ich, wo ich nie gewesen bin.

(Thomas Brasch)

Überdruss angesichts der Gegenwart. Die chronische Unzufriedenheit des Menschen – sein Antrieb, aber auch seine Verdammnis.

Sehnsucht verklärt die Realität und Wissen verändert deine Träume. Meine Mutter sagt, dass sich ihr Jugendwunsch nach Lateinamerika zu gehen erst damit geändert hat, dass die Mauer fiel und sie es tatsächlich konnte. Vielleicht ist also auch die vermeintliche Unerreichbarkeit etwas, was Dinge attraktiv macht. Sehnsucht hat immer ein Ziel, man hat immer Sehnsucht nach etwas. Und sei es noch so vage. Die Sehnsucht sucht, was immer des Sehnens Sucht befriedigt. Doch da ist auch immer die Angst vor dem Unbekannten, die Angst, Risiken einzugehen. Was, wenn der Sehnsuchtsort doch nicht so ist, wie ich ihn mir vorstelle? Was, wenn ich scheitere?

Und überhaupt: Ich muss keinen äußerlich großen Wechsel schaffen, solange mir nicht klar ist, was ich innerlich verändern möchte. Und wenn ich innerlich klar bin, dann ist mir egal, an welchen Ort ich komme; ich werde ihn mir so zu eigen machen, dass ich mich zu Hause fühle. Oder?

Es spielen: das Ensemble von SH2GO

Dauer: circa 70 Minuten ohne Pause

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Jan
24
Fr
Code-switching: Wechsel
Jan 24 um 20:00 – 22:00

  • Was ist der Unterschied zwischen dem Subjekt und der nominativen Ergänzung in einem Satz?
  • Was ist Passiv und was Aktiv?
  • Warum ist das Mädchen in Deutschland ein Neutrum?

Wieso regiert das Verb und nicht der Mensch den Satz?Ist eine Konjunktion eine Injektion?

Was bedeutet TeKaMoLo?

Woher weiß ich, dass das Objekt ein Dativobjekt ist?

Woher weiß ich was überhaupein Objekt t ist?

Und was ist ` sein ´ ?

Diese und andere Fragen werden im Stück Code-switching: Wechsel gestellt, indem der deutsche Unterrichtsalltag in den zur Zeit viel besuchten Deutsch – als – Fremdsprache – Sprachkursen in Deutschland in den Fokus gezogen wird.
Vor allem aber werden in der Inszenierung von der gleichnamigen Autorin Samanta Beric andere Fragen in diesem Typ Unterricht relevant: Welche (sprachlichen) Missverständnisse können auftreten, wenn Menschen eine andere Sprache lernen wollen und müssen?
Und welche Beziehungen, Abneigungen, (Vor – ) Lieben und Abhängigkeiten können zwischen Menschen entstehen, die sich unfreiwillig in einem Raum täglich begegnen?
In den Spielsituationen werden dabei die Wünsche und Träume junger Menschen ausgesprochen, die ihr altes, syrisches, kolumbianisches, jemenitisches und spanisches Leben verlassen mussten – um in ein neues Leben, ein deutsches Leben einzutreten. – Wieviel sind sie bereit dafür zu geben?
Das Stück beschäftigt sich insbesondere mit Situationen, in denen die Beziehungsgeflechte zwischen Schülern und Lehrern verdichtet werden. Hierbei wird die eigene Muttersprache oftmals zur Hife und als eine Art Transfer zur Fremdsprache genutzt. Sprachlinguistisch ausgedrückt, findet dann meist ein Code-switching statt. Es wird zwischen zwei Sprachen innerhalb eines Satzes `geswitched´: der deutschen Sprache und der Herkunftssprache. –
Gesprochene Sätze, wie: “Türk misin? – oder bist du Deutsch?” sind in der Öffentlichkeit Berlins keine Seltenheit.
Im Spiel der Darsteller wird alsbald ersichtlich, dass diese Zuhilfenahme immer dann geschieht, wenn es innerhalb der eigenen Sprechsituation keine andere Möglichkeit der (sprachlichen) Verständigung mehr gibt.
Die Inszenierung versucht aufzuzeigen, dass sich ein Switch nicht nur zwischen den Sprachen vollzieht, sondern sich dann auch ein Wechsel zwischen Sprach – und damit auch Literaturwelten verselbständigen kann.
Hierbei werden Zitate aus Stücken, wie “Drei Schwestern” (A. Cechov) , “Der Sturm” (Skakespeare), “Gier” (Sarah Kane), “Der Schlaf” (Haruki Murakami), “Woyceck” (Büchner), etc. entnommen. – Literatur ist Sprache – Sprache führt zur Literatur. Sprache und Literatur sind Identität.
Diese Verschränkungen mit all ihren grotesken Widersprüchen im deutschen Lernalltag möchte das Stück näher bringen, um vielleicht zumindest diese Fragen beantworten zu können:

  • Besitzt der Lehrerberuf eine Zukunft?
  • Wieviel Schlaf verträgt der (deutsche) Unterricht?
  • Und warum ist das (s)Sein so schwer?

 

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Feb
21
Fr
Code-switching: Wechsel
Feb 21 um 20:00 – 22:00

  • Was ist der Unterschied zwischen dem Subjekt und der nominativen Ergänzung in einem Satz?
  • Was ist Passiv und was Aktiv?
  • Warum ist das Mädchen in Deutschland ein Neutrum?

Wieso regiert das Verb und nicht der Mensch den Satz?Ist eine Konjunktion eine Injektion?

Was bedeutet TeKaMoLo?

Woher weiß ich, dass das Objekt ein Dativobjekt ist?

Woher weiß ich was überhaupein Objekt t ist?

Und was ist ` sein ´ ?

Diese und andere Fragen werden im Stück Code-switching: Wechsel gestellt, indem der deutsche Unterrichtsalltag in den zur Zeit viel besuchten Deutsch – als – Fremdsprache – Sprachkursen in Deutschland in den Fokus gezogen wird.
Vor allem aber werden in der Inszenierung von der gleichnamigen Autorin Samanta Beric andere Fragen in diesem Typ Unterricht relevant: Welche (sprachlichen) Missverständnisse können auftreten, wenn Menschen eine andere Sprache lernen wollen und müssen?
Und welche Beziehungen, Abneigungen, (Vor – ) Lieben und Abhängigkeiten können zwischen Menschen entstehen, die sich unfreiwillig in einem Raum täglich begegnen?
In den Spielsituationen werden dabei die Wünsche und Träume junger Menschen ausgesprochen, die ihr altes, syrisches, kolumbianisches, jemenitisches und spanisches Leben verlassen mussten – um in ein neues Leben, ein deutsches Leben einzutreten. – Wieviel sind sie bereit dafür zu geben?
Das Stück beschäftigt sich insbesondere mit Situationen, in denen die Beziehungsgeflechte zwischen Schülern und Lehrern verdichtet werden. Hierbei wird die eigene Muttersprache oftmals zur Hife und als eine Art Transfer zur Fremdsprache genutzt. Sprachlinguistisch ausgedrückt, findet dann meist ein Code-switching statt. Es wird zwischen zwei Sprachen innerhalb eines Satzes `geswitched´: der deutschen Sprache und der Herkunftssprache. –
Gesprochene Sätze, wie: “Türk misin? – oder bist du Deutsch?” sind in der Öffentlichkeit Berlins keine Seltenheit.
Im Spiel der Darsteller wird alsbald ersichtlich, dass diese Zuhilfenahme immer dann geschieht, wenn es innerhalb der eigenen Sprechsituation keine andere Möglichkeit der (sprachlichen) Verständigung mehr gibt.
Die Inszenierung versucht aufzuzeigen, dass sich ein Switch nicht nur zwischen den Sprachen vollzieht, sondern sich dann auch ein Wechsel zwischen Sprach – und damit auch Literaturwelten verselbständigen kann.
Hierbei werden Zitate aus Stücken, wie “Drei Schwestern” (A. Cechov) , “Der Sturm” (Skakespeare), “Gier” (Sarah Kane), “Der Schlaf” (Haruki Murakami), “Woyceck” (Büchner), etc. entnommen. – Literatur ist Sprache – Sprache führt zur Literatur. Sprache und Literatur sind Identität.
Diese Verschränkungen mit all ihren grotesken Widersprüchen im deutschen Lernalltag möchte das Stück näher bringen, um vielleicht zumindest diese Fragen beantworten zu können:

  • Besitzt der Lehrerberuf eine Zukunft?
  • Wieviel Schlaf verträgt der (deutsche) Unterricht?
  • Und warum ist das (s)Sein so schwer?

 

Die Online-Registrierung zu dieser Veranstaltung ist geschlossen.

Feb
22
Sa
Code-switching: Wechsel
Feb 22 um 20:00 – 22:00

  • Was ist der Unterschied zwischen dem Subjekt und der nominativen Ergänzung in einem Satz?
  • Was ist Passiv und was Aktiv?
  • Warum ist das Mädchen in Deutschland ein Neutrum?

Wieso regiert das Verb und nicht der Mensch den Satz?Ist eine Konjunktion eine Injektion?

Was bedeutet TeKaMoLo?

Woher weiß ich, dass das Objekt ein Dativobjekt ist?

Woher weiß ich was überhaupein Objekt t ist?

Und was ist ` sein ´ ?

Diese und andere Fragen werden im Stück Code-switching: Wechsel gestellt, indem der deutsche Unterrichtsalltag in den zur Zeit viel besuchten Deutsch – als – Fremdsprache – Sprachkursen in Deutschland in den Fokus gezogen wird.
Vor allem aber werden in der Inszenierung von der gleichnamigen Autorin Samanta Beric andere Fragen in diesem Typ Unterricht relevant: Welche (sprachlichen) Missverständnisse können auftreten, wenn Menschen eine andere Sprache lernen wollen und müssen?
Und welche Beziehungen, Abneigungen, (Vor – ) Lieben und Abhängigkeiten können zwischen Menschen entstehen, die sich unfreiwillig in einem Raum täglich begegnen?
In den Spielsituationen werden dabei die Wünsche und Träume junger Menschen ausgesprochen, die ihr altes, syrisches, kolumbianisches, jemenitisches und spanisches Leben verlassen mussten – um in ein neues Leben, ein deutsches Leben einzutreten. – Wieviel sind sie bereit dafür zu geben?
Das Stück beschäftigt sich insbesondere mit Situationen, in denen die Beziehungsgeflechte zwischen Schülern und Lehrern verdichtet werden. Hierbei wird die eigene Muttersprache oftmals zur Hife und als eine Art Transfer zur Fremdsprache genutzt. Sprachlinguistisch ausgedrückt, findet dann meist ein Code-switching statt. Es wird zwischen zwei Sprachen innerhalb eines Satzes `geswitched´: der deutschen Sprache und der Herkunftssprache. –
Gesprochene Sätze, wie: “Türk misin? – oder bist du Deutsch?” sind in der Öffentlichkeit Berlins keine Seltenheit.
Im Spiel der Darsteller wird alsbald ersichtlich, dass diese Zuhilfenahme immer dann geschieht, wenn es innerhalb der eigenen Sprechsituation keine andere Möglichkeit der (sprachlichen) Verständigung mehr gibt.
Die Inszenierung versucht aufzuzeigen, dass sich ein Switch nicht nur zwischen den Sprachen vollzieht, sondern sich dann auch ein Wechsel zwischen Sprach – und damit auch Literaturwelten verselbständigen kann.
Hierbei werden Zitate aus Stücken, wie “Drei Schwestern” (A. Cechov) , “Der Sturm” (Skakespeare), “Gier” (Sarah Kane), “Der Schlaf” (Haruki Murakami), “Woyceck” (Büchner), etc. entnommen. – Literatur ist Sprache – Sprache führt zur Literatur. Sprache und Literatur sind Identität.
Diese Verschränkungen mit all ihren grotesken Widersprüchen im deutschen Lernalltag möchte das Stück näher bringen, um vielleicht zumindest diese Fragen beantworten zu können:

  • Besitzt der Lehrerberuf eine Zukunft?
  • Wieviel Schlaf verträgt der (deutsche) Unterricht?
  • Und warum ist das (s)Sein so schwer?

 

Die Online-Registrierung zu dieser Veranstaltung ist geschlossen.